M/A
01 | 2024
24/29
© Opel


Nutzfahrzeuge garantieren unser Leben

Die Welt der Nutzfahrzeuge ändert sich aktuell gewaltig

OLDENBURG – Die aktuelle Welt der Nutzfahrzeuge ist stark im Wandel, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Wie die Zukunft der Mobilität hier zukünftig aussehen wird und welche Entwicklungen sie anschieben, haben wir uns hier etwas näher angeschaut. Die Versorgung der Bevölkerung hat einen hohen Stellenwert, Transporteure und Trucker sorgen für gefüllte Regale in den Supermärkten und sonstigen Verkaufsstellen. Ohne ihren täglichen und unermüdlichen Einsatz würde es bei uns nicht gut aussehen. Doch die Zeiten werden dort immer schwieriger. Die Logistik-Branche und damit der Markt von Nutzfahrzeugen gehört schon länger zu den am stärksten umkämpften und dynamischsten Branchen. Im dichten Umfeld müssen sich kleine Transportbetriebe ebenso wie große Mittelständler durchsetzen. Dabei stehen neben den Kosten auch Sicherheit und Unterstützung der Fahrer im Fokus. Gerade in Zeiten, in denen viele Stellen unbesetzt bleiben.  Wie haben hier die wichtigsten Trends und Entwicklungen der Branche zusammengestellt. 

Alternativen zum Diesel

Der Straßengüterverkehr basiert fast zu 100 Prozent auf Diesel, vor allem bei den schweren Lkw und Sattelzugmaschinen. Aufgrund flexibler, hochvernetzter Lieferketten in der Industrie und wachsendem E-Commerce-Markt steigt die Zahl der Transporter von Jahr zu Jahr ständig an. Mit entsprechenden Umweltbelastungen durch diverse Emissionen. Hier sollen elektrifizierte Modelle für eine Reduzierung der Abgase vor Ort sorgen. Das ist vor allem auf Kurzstrecken einfach möglich, denn kleinere E-Transporter werden bereits in großer Anzahl von den etablierten Herstellern angeboten. Bei den großen Lkw ist das schwieriger und teurer. Doch durch EU-Vorschriften     ist ein wachsender Trend hin zur Elektrifizierung klar zu sehen. Neben batterieelektrischen Antrieben und E-Fuels spielt Wasserstoff für viele LNG (flüssiges Erdgas) eine wichtige Rolle als alternative Energieträger. Ein derartiger Antrieb emittiert im Vergleich zum Diesel nahezu 100 Prozent weniger Schwefeloxid und Feinstaub, 15 bis 20 Prozent weniger CO2 und 70 Prozent weniger Stickoxide. Durch Bio-LNG lassen sich nahezu vollständig klimaneutrale Transporte im Schwerlastverkehr realisieren. Diese LNG-Variante wird aus Biomethan (entsteht aus Biogas) statt Erdgas hergestellt. Das dazu benötigte Biogas entsteht aus landwirtschaftlichen Stoffen wie Gülle oder Mist. Autonomes Fahren

Die Entwicklung schreitet voran, was zu Innovationen auch bei diesem Thema führt. Dies umfasst Fahrerassistenzsysteme und vollständig autonom fahrende Lkw. Schon 2014 präsentierte Daimler Truck den Mercedes-Benz Future Truck 2025: den weltweit ersten automatisierten Lkw. Ein Jahr später erhielt in den USA der Freightliner Inspiration Truck als erstes automatisiertes Nutzfahrzeug überhaupt seine Straßenzulassung. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger übermüdete Fahrer, gleichmäßigere Fahrten für weniger Kraftstoff, somit besserer Verkehrsfluss und mehr Effizienz. Der Trucker ruht sich auf langen Strecken aus oder schläft, übernimmt erst in der Stadt wieder das Lenkrad. Der technische Aufwand ist allerdings riesig. Benötigt werden jede Menge Sensoren und Kameras, Radar, Mikrofone und Lidar-Systeme, deren Daten verarbeitet ein Superrechner. Autonome Lkw auf breiter Front sind daher noch eine Zukunftsvision.

Konnektivität

Die Integration von Internet und Telematik ermöglicht deutliche Verbesserungen bei Flottenmanagement, Routenoptimierung, Fahrzeugwartung und Fahrerverfolgung. Durch Track-and-Trace-Lösungen ist der aktuelle Status der Flotte ständig im Blick, was eine dynamische Routenplanung ermöglicht. So können nachfolgende Nfz alternative Routen nutzen, um Verzögerungen zu vermeiden. Konnektivität ist laut dem Zukunftsinstitut in Frankfurt am Main einer der Megatrends unserer Zeit, wird es auch bleiben. Darunter versteht man die Vernetzung von Menschen, Maschinen wie Internet mit Informations- und Kommunikationstechnologie. Um Daten an andere zu senden und zu empfangen. Konnektivität ermöglicht auch die Kontrolle per Fernzugriff. So lässt sich zum Beispiel vom Smartphone aus das Fahrzeug entriegeln oder der Tankstand überprüfen. Nachhaltigkeit 

Es gilt, ressourcenschonend zu arbeiten, um eigene Nachhaltigkeitsziele, gesetzliche Vorgaben und Kundenwünsche nach umweltschonenderen Transportnetzen zu erfüllen. Hersteller und Logistiker investieren daher verstärkt in alternative Kraftstoffe, Recycling-Initiativen und grüne Produktionsprozesse. 

Sicherheit für Fahrer & Flotte  

Der Fachkräftemangel macht auch vor der Transportbranche nicht Halt. „Für Unternehmen bedeutet das, einerseits Anreize für neue Fahrer zu schaffen und andererseits die besten Mitarbeiter zu binden. Durch den Einsatz digitaler Tools werden die praxisgerecht und zielgeführt unterstützt. So haben sie weniger Stress, können sich besser auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Flottentechnologie trägt im Idealfall auch dazu bei, die Auswirkungen von hoher Arbeitsbelastung und engen Zeitplänen zu verringern. Wenn ein System bei manuellen Tätigkeiten wie der Abfahrtskontrolle oder der Auftragsdokumentation unterstützt, steigt die Mitarbeiterzufriedenheit“, sagt Wolfgang Schmid von Webfleet Solutions Deutschland.

Digitalisierung und KI  

Die Nutzfahrzeugbranche hat sich mit der Einführung von digitalen Vertriebsplattformen, Online-Bestellsystemen und virtuellen Lösungen für das Flottenmanagement bereits geändert. Nach Meinung von Telematik-Experten liegt es nun daran, die riesigen Mengen anfallender Daten noch besser zu vernetzen und zu bewerten. Künstliche Intelligenz wird dafür sorgen, dass daraus resultierende Vorschläge von Fuhrparkmanagern optimal eingeschätzt und realisiert werden.

Intelligente Instandhaltung  

Fernwartung erspart Mitarbeitern lange Autopannen und erleichtert die Prüfung von Fahrzeugen. Dank vorausschauender Wartung werden Lkw in gutem Zustand gehalten und Ausfallzeiten verringert. Vernetzte Fahrzeuge liefern hier die Grundlage für eine ideale Zustandsüberwachung. So lässt sich auch das Verhalten der Fahrer analysieren und optimieren, was neben geringerem Verschleiß insgesamt niedrigere Kosten bedeutet. 


Ohne Lkw geht es nicht 

Lastkraftwagen sind, laut Definition vom Kraftfahrt Bundesamt, Kraftfahrzeuge die nach ihrer Bauart und Ausstattung zum Transport von Gütern bestimmt sind. Dabei wird unterschieden zwischen Kleinlastern, die (immer inklusive Beladung) bis zu 3,5 Tonnen schwer sein dürfen, leichten Lkw mit bis zu 7,5 Tonnen, mittelschweren Lkw mit bis zu 18 Tonnen und schweren Lkw mit bis zu 40 Tonnen. Neben dem Gewicht spielt bei der Klassifizierung die Anzahl der Achsen eine Rolle. So verfügen z.B. Lkw mit zwei Achsen über eine zulässige Gesamtmasse von 18 Tonnen. In Deutschland waren zu Beginn des Jahres 2023 rund 3,64 Millionen Lkw gemeldet. Zum Vergleich: 1960 waren es 681.000.

Wasserstoff

Auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität gibt der Opel-Mutterkonzern Stellantis mächtig Gas. Ein sinnbildlich guter Vergleich, denn der weltweit viertgrößte Autohersteller setzt bei seinen leichten Nutzfahrzeugen und Pickups auf den leicht flüchtigen, aber klimaschonenden Wasserstoff. Jährlich sollen 5000 Brennstoffzellen-Fahrzeuge produziert werden. In Europa entwickelt Stellantis den Antrieb dafür bei Opel in Rüsselsheim. Der (75 kW Brennstoffzelle, 102 PS) wird in verschiedenen Modellen angeboten: Citroën ë-Jumpy und ë-Jumper, Fiat E-Scudo und E-Ducato, Opel Vivaro und Movano, Peugeot E-Expert und E-Boxer.Neuer Ford Transit Courier  

Der kompakte aber dennoch sehr geräumige Lieferwagen bietet gegenüber dem Vorgänger 25 Prozent mehr Laderaum und nun Platz für zwei Europaletten. Die Innenraumlänge steigt auf 1,8 Meter, die maximal zulässige Zuladung bis 845 Kilogramm. Am Heck dürfen gebremste Anhänger mit einem Gewicht bis zu 1100 kg andocken. Die Motorisierung besteht aus einem Diesel (100 PS) und zwei Benzinern (110 PS, 125 PS), E-Varianten folgen später.


von Achim Stahn