Neu in 2025
Höhere Vignetten-Preise in Österreich
Urlaub in Österreich: Benutzung der Autobahnen und Schnellstraßen wird deutlich teurer
Wie alle Maut-Einnahmen sollen eigentlich auch die Erlöse aus dem Verkauf der Benutzungsgebühr für Straßen in den Betrieb, Bau, Erhaltung und die Verkehrssicherheit investiert werden. Das wird jedenfalls behauptet. Auch in Österreich, wer dort seit 1997 mit dem Auto, Motorrad, Reisemobil oder sonstigem motorisierten Gefährt bis 3,5 Tonnen unterwegs ist, muss mit dieser Begründung auf Autobahnen und Schnellstraßen eine Maut entrichten. Das betrifft insgesamt 2.265 Kilometern. Wer dorthin fährt, sollte daher immer mit Bezahl-Straßen rechnen.
Die gültige Vignette gibt es an allen Autobahnraststätten in Grenznähe, bei den Automobilclubs und im Maut-Shop online. Wie gewohnt ist sie vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres gültig. Also mehr als ein Jahr.
ÜBERSICHT DER NEUEN TARIFE
Für Pkw und 2-spurige Kfz bis 3,5 Tonnen gelten folgende Preise:
- Jahres-Vignette | 103,80 € (bisher 96,40 €)
- 1-Tages-Vignette | 9,30 € (bisher 8,60 €)
- 10-Tages-Vignette | 12,40 € (bisher 11,50 €)
- 2-Monats-Vignette | 31,10 € (bisher 28,90 €)
Für Motorräder gelten folgende Preise:
- Jahres-Vignette | 41,50 € (bisher 38,50 €)
- 1-Tages-Vignette | 3,70 € (bisher 3,40 €)
- 10-Tages-Vignette | 4,90 € (bisher 4,60 €)
- 2-Monats-Vignette | 12,40 € (bisher 11,50 €)
Aufgepasst: Auch wenn Quads als Motorrad angemeldet sind, benötigen sie eine Pkw-Vignette.
OHNE PICKERL KANN ES RICHTIG TEUER WERDEN
Um die Zahlung zu beweisen wird eine Vignette benötigt. Es gibt sie klassisch zum Aufkleben oder digital. Wer von den Maut-Kameras oder bei Kontrollen ohne so einen Nachweis erwischt wird, sie falsch anbringt oder das Kennzeichen falsch eingibt, muss gleich vor Ort bei einer Kontrolle bezahlen. Oder bekommt eine Zahlungsaufforderung per Post, wenn ihn eine der vielen Überwachungskameras erwischt hat.
Das kann teuer werden, auch für alle, die mit einem Mietwagen unterwegs sind. Denn für die Einhaltung der Bezahlpflicht ist immer der Fahrer selbst verantwortlich. Der Vermieter ist nicht haftbar, wenn dieser seiner Pflicht nicht nachkommt. Eindeutig zuzuordnende Bußgeldbescheide gehen sofort an den Mieter weiter.
Wer ohne Pickerl auf einer österreichischen Autobahn erwischt wird, muss eine „Ersatzmaut” zahlen. 120 Euro sind es bei Pkw und Wohnmobilen und weiteren Fahrzeugen in dieser Einstufung, 65 Euro bei Motorrädern.
Wer sofort bezahlt (bar oder Kreditkarte) darf auch den darauffolgenden Kalendertag alle österreichischen Autobahnen ohne Vignette befahren. Ist der fällige Betrag nicht direkt zahlbar, dann wird es deutlich teurer. Wer mit einer manipulierten Vignette unterwegs ist, muss mit Strafen bis 3.000 Euro rechnen.
ASFINAG Pressesprecher Alexander Holzedl könnte ohne Probleme jedes Jahr eine Hitparade der Ausreden zur Vignette zusammenstellen. „Fahrzeuglenker können sehr kreativ sein, wenn es um die Begründung geht, warum sie gerade zum Zeitpunkt der Kontrolle keine gültige Vignette auf der Windschutzscheibe kleben haben“, sagt er uns. Der Ausreden-Klassiker ist „die Vignette war als Geschenk auf einer Weinflasche geklebt“. Oft ist auch zu hören „mein Hund hat die Vignette gefressen“. Doch egal, was und wie, Ausreden oder Unwissen schützen nicht vor einer Ersatzmaut.
ES GIBT AUCH AUSNAHMEN
Der Bemautung des gesamten österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßennetzes hat seit dem 15. Dezember 2019 vier temporäre Ausnahmen, auf denen das Befahren ohne Vignette möglich ist.
Dabei handelt es sich um:
- die Mautstrecke A 1 West Autobahn zwischen der Staatsgrenze am Walserberg und der Anschlussstelle Salzburg Nord
- die Mautstrecke A 12 Inntal Autobahn zwischen der Staatsgrenze bei Kufstein und der Anschlussstelle Kufstein-Süd
- die Mautstrecke A 14 Rheintal/Walgau Autobahn zwischen der Staatsgrenze bei Hörbranz und der Anschlussstelle Hohenems
- die Mautstrecke A 26 Linzer Autobahn (ist derzeit noch teilweise im Bau)
Bei Totalschaden oder Windschutzscheiben-Bruch (beispielsweise durch Steinschlag) gibt es nach dem Ausfüllen und Zusenden der erforderlichen Unterlagen vom ASFINAG Maut Service eine neue Vignette.
Anspruchsberechtigte Autofahrer mit Behinderung können eine kostenlose Digitale Jahresvignette beantragen. Mehr Informationen dazu sind hier zu finden!
IMMER RICHTIG ANBRINGEN
Die Klebevignette muss vor Fahrtantritt korrekt am Fahrzeug angebracht werden, nur so kann sie von den Maut-Kameras als gültig erkannt werden.
So wird es gemacht:
- zunächst die Fälschungsschutzfolie (erkennbar an den gekreuzten Balken) entfernen
- nun die Vignette gut sichtbar von innen an die Windschutzscheibe kleben, am besten am oberen Rand unterhalb eines eventuellen Tönungsstreifens.
- Motorradfahrer bringen die Vignette an fest angebrachten Teilen an, z.B. am Tank oder Gabelhorn.
Von Edda Stahn