CAMPERLEIDENSCHAFT
Zwischen Kartoffelsalat und Champagner
Zwischen Kartoffelsalat und Champagner
6500 Kilometer Landstraße: Mit dem Wohnmobil von Bremen an die Algarve und zurück
von Klaus Schmidt
Ich hatte noch mit 50 Jahren eine feste Überzeugung: Camping? Never! Und meine heutige Frau gehörte ebenfalls zur harten Front der Verweigerer. Auf den Anblick von Wohnwagen reagierte sie eher mit Pickeln als mit Freude. Was also treibt uns beiden fast 25 Jahre später mit einem Fahrzeug auf die Piste, in dem 67 Pferdestärken tapfer gegen bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht ankämpfen? Es ist die Lust am Einfachen. Leben statt Luxus, Genuss statt Überfluss, T-Shirt statt Dresscode.
Ziel ist die Algarve, wo die Schwester meiner Frau lebt. Zwischendurch wollen wir uns mit Freunden in San Sebastian treffen. Rund 6500 Kilometer in knapp fünf Wochen: Wir werden ziemlich viel im Auto sitzen. Von entschleunigtem Reisen kann man trotzdem sprechen. Mehr als 90 km/h sind beim besten Willen nicht drin, wir geben uns meistens mit 70 Kilometer zufrieden. Etappenziele legen wir erst gar nicht fest, sondern lassen uns treiben. Motto: Mal sehen, wie weit wir kommen.
Den September haben wir als Reisemonat gewählt, weil in der Nachsaison die Straßen freier und die Campingplätze günstiger sind. Für Reisevorbereitungen bleibt wegen zahlreicher Verpflichtungen keine Zeit, dafür reift in uns kurz vor der Abfahrt der feste Vorsatz, beim nächsten Mal alles besser zu machen. Bei der nachträglichen Lektüre von Reiseführern stellen wir dann fest, was wir alles an touristischen Höhepunkten verpasst haben. Macht nix. Genossen haben wir unseren Trip trotzdem in vollen Zügen. Um es vorwegzunehmen: Ein umfassender Ratgeber für Nachahmungswillige wird dieser Text deshalb nicht. Aber vielleicht die Anregung, auch ohne große Vorbereitung ins kalte Wasser zu springen. So wie wir. Null Ahnung, viel Vergnügen ist das Fazit einer Tour, die uns trotz fehlender Einstimmung faszinierende Erlebnisse beschert. Sie endet jedenfalls anders, als es unsere Freunde erwartet haben. Wir kommen nach fünf Wochen und exakt 6754 Kilometern heil zu Hause an! Dabei standen die Wetten auf der Gartenparty mit 100 Menschen aus unserem Bekanntenkreis unmittelbar vor dem Urlaubsstart bei 98:2 für das vorzeitige Scheitern unseres Trips.
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Nun sind unsere Freunde nicht missgünstig. Sie erleben aber mit, dass kurz vor Ultimo noch nicht einmal das Bett im Fahrzeug installiert ist. Das gleiche gilt für den Fußboden. Auch der Motor ist gerade erst fertig geworden – zusammengesetzt aus Teilen eines gebrauchten Triebwerks. Die Einschätzung im Freundeskreis beruht also auf belastbaren Fakten, die unsere auf blankem Optimismus und der Zuneigung zur Minna. So heißt unserer Wohnmobil wegen der leicht an (mint-)grün erinnernden Farbe. Eine grüne Minna also, aber weiß-Gott kein Polizeiwagen, von dem sie nur den Namen entlehnt hat. Sie steht für Freiheit, nicht für Gefängnis.
Der steinige Weg zur Minna: Umbau vom Kastenwagen zum Wohnmobil
Freiheit heißt in diesem Fall Minimalismus. Auch beim beim Schlafen. Weil uns die Zeit während der Vorbereitung davon läuft, installieren wir statt des Bettes eine Sitzbank aus einem US-Van. Die lässt sich zwar elektrisch von der Sitz- in die Liegeposition befördern, aber größer als 1,22 x1,65 Meter wird’s nicht. Da merkt man schnell, ob man sich noch lieb hat. Für uns war das kein Problem, zumal das ausgefahrene Bett mit einer Champagnerflasche stabilisiert werden muss. Prosecco-Flaschen eignen sich auch. Da freut man sich doch auf den Abend. . .!
Aber erst mal genießen wir die Vorfreunde auf den Aufbruch. Frühmorgens um vier Uhr geht's dann wirklich los. Tatsächlich zunächst über die A1, auf der um diese Zeit ausnahmsweise kein Stau droht. Ab Frechen sind dann Landstraßen die klare Ansage. Klaglos transportiert uns unsere Minna durch die rheinische Tiefebene, kraxelt durch die Eifel, über das Hohe Venn, dann über die Ardennen. Für das Höhenprofil brauchen wir keine Landkarte, ein Blick auf den Tacho genügt. Zwischendurch übernachten wir spontan auf einen Marktplatz, weil eine Band ein Rockkonzert gibt. Rechtzeitig vor Marktbeginn putzen wir die Platte.
Während der Spritkonsum auch in den bergigen Passagen unter 10 Liter/100 km bleibt, zeigt sich Minna beim Ölkonsum wenig damenhaft und haut sich mal schnell einen Liter auf den ersten 700 Kilometern hinter die Binde. Dann, mitten in der Champagne, gibt’s neuen und dickeren Schmierstoff für Minna und für uns Prosecco zur Ankunft (wegen des Bettes). Die Flasche Champagner, die Andrea auf dem Foto schwenkt, bleibt zu. Hätte auch schlecht zu dem Kartoffelsalat gepasst, der notgedrungen auf der Speisekarte steht: Der Kühlschrank ist ausgefallen, aber immerhin ist das Bier noch leidlich kalt. Deutsche Küche mitten in Frankreich. Das habe ich mir anders vorgestellt. Nach der langen Fahrt vertreten wir uns die Beine in Chalons-en Champagne, einer kleinen Stadt mit den landschaftstypischen Fachwerkbauten und ignorieren tapfer die Angebote in den Läden und in den Lokalen.
Bei einem Besuch der Touristen-Information wird uns am Rande der Stadt ein kostenloser Stellplatz gezeigt. Eine Möglichkeit, die wir vorher gar nicht auf dem Schirm hatten. Schnell lade ich mir die App park4night herunter, die uns fortan auf Übernachtungsmöglichkeiten for free hinweist, uns aber auch einmal beinahe ins Verderben geschickt hätte, als statt eines Stellplatzes ein schlecht gesicherter Abgrund auf uns lauert. Untern Strich sparen wir durch die App aber eine Menge Geld. Wir sind fast fünf Wochen unterwegs und zahlen nur drei Mal Gebühren für einen Campingplatz. Das spart. Denn die vernünftigen Plätze sind nicht viel billiger als ein Hotel. Deshalb an dieser Stelle noch ein Tipp: Wer außerhalb der Saison reist, sollte sich unbedingt die CampingCard ACSI zulegen, mit der es auf vielen Campingplätzen Rabatte bis zu 60 Prozent gibt, natürlich nicht in der Hochsaison.
Auf dem Weg über die Ardennen nach Chalons-en Champagne bilden endlose Ackerflächen und Soldatenfriedhöfe von gigantischem Ausmaß das Panorama bei unserer Fahrt. Hier sind die Weltkriege noch so gegenwärtig, wie wir es sonst nirgendwo auf der Welt erlebt haben. Während in Deutschland Strohballen zu bäuerlichen Motiven geformt werden, stehen hier Strohpanzer auf den Äckern. Ein für uns beklemmendes Erlebnis.
Was für ein Gegensatz zu unseren dritten Übernachtungs-Stopp in der Nähe von Verdelais: Die App führt uns auf schmalen Wegen durch eine Siedlung den Berg hinauf durch ein Weingut zu einer ehemaligen Mühle.
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Die Wasserversorgung auf dem Stellplatz ist zwar defekt, aber Trinkbares haben wir genug und das Panorama sowie die Ruhe sind einzigartig. 1430 Kilometer von Bremen entfernt genießen wir den Nachthimmel, die Lichter der Stadt im Tal und eine unendliche Stille. Als es morgens hell wird, sehen wir in unmittelbarer Nachbarschaft ein zerfallenes Kloster, das zur Entdeckung einlädt. Es ist Teil des Jacobweges, den wir hier jeden Tag mehrfach kreuzen. Bleiben können wir leider nicht, weil wir am nächsten Tag in San Sebastian verabredet sind.
Auch da stehen wir kostenlos. Den Strand direkt vor Augen. Besser geht’s nicht. Selbst die Polizei drückt ein Auge zu. Obwohl wir mit 5,60 Meter deutlich über die Pkw-Parkplätze hinausragen, winken die Uniformierten lässig ab. Deutlich entspannter jedenfalls als ihre Kollegen vom städtischen Ordnungsamt, die uns einen Tag später mit Zwangsräumung drohen. Da sich wenige 100 Meter weiter offizielle Parkplätze finden, verlassen wir ohne Gegenrede unseren schönen Platz und freuen uns auf den Abend in der Altstadt.
Für uns ist die Stadt ein einzigartiges Erlebnis. Während meine Frau sich am breitgefächerten Kulturprogramm und einer Unzahl kleiner Läden begeistert, zieht es mich in die zahlreichen Pincho Bars, in denen kleine Spieße mit Leckereien zum Getränk gereicht werden. Im Borda Berry, der angeblich ältesten Pincho Bar, stürzen wir uns in die Menge, bekommen die gewünschten Pinchos und Getränke und suchen uns draußen irgendwo einen Platz. Bezahlt wird auf Vertrauensbasis. Wäre es nur nach mir gegangen, hätten wir die nächsten Tag in Rufweite dieser Bar bleiben können.
Stattdessen quälen wir unsere Minna im 1. Gang durch das Baskenland, zufällig auf einer Straße, die für Wohnmobile gesperrt ist. Und zufällig kommt uns am Ende der Straße ein Polizeiwagen entgegen. Der entscheidet sich aber für die Verfolgung eines Holländers, der sich mit einem deutlich größeren Gefährt ebenfalls über die verbotene Passage gewagt hat. Durch unsere Streckenwahl können wir die kleine Küstenstraße entlang des Golf von Biscaya fahren mit fantastischen Aussichten, nur getrübt durch das von meiner Frau eingeforderte Versprechen, künftig weniger alpine Routen zu wählen. Leider kann ich meine Zusage nicht halten. Es kommt noch schlimmer. Oder schöner. Je nach Perspektive.
Es stehen jedenfalls etliche Gebirgszüge auf dem Programm, die auf der weitgehend nivellierten Autobahn von modernen Autos glatt gebügelt werden, die unseren Oldtimer aber ebenso herausfordern, wie die zahlreichen Pilger, die per pedes über die Hügel kraxeln. Wir fahren auf schnurgeraden Straße kilometerweit allein durch karge Regionen, die einen Vergleich zum australischen Outback nicht zu scheuen brauchen, blicken in tiefe Täler, vertrocknete Seen und genießen jeden Meter. In Castojeriz machen wir zum ersten Mal auf einem Campingplatz Rast – nur um am nächsten Tag festzustellen, dass der Ort nicht nur Pilgern zahlreiche Quartiere in unterschiedlichsten Preisklassen anbietet, sondern auch einen wunderbaren kleinen Marktplatz hat. Auf dem hätten wir problemlos die Nacht in unserem Wohnmobil verbringen können – direkt gegenüber einer kleinen Bar mit überschaubarem, aber wohlfeilem Angebot.
Noch preiswerter ist der Aufenthalt auf dem nächsten von unserer App empfohlenen Stellplatz, der sich als ziemlich leergeräumter Lkw-Parkplatz entpuppt. Die Enttäuschung darüber wird durch die angenehme Nachbarschaft mehr als wettgemacht; im angrenzenden Restaurant Regino direkt an der N-110 in der Nähe von Salamaca werden die Gäste nicht nur freundlich bedient, sie werden außerdem bei jedem Wein mit einem Pincho von beachtlichen Ausmaßen beschenkt. Für insgesamt sechs Wein werden knapp 8 Euro in Rechnung gestellt. Wir haben nicht nur die nötige Bettschwere, sondern auch einen gut gefüllten Magen und behalten ein Portemonnaie, das nicht an Schwindsucht leidet.
Schon in den frühen Morgenstunden starten wir in den anbrechenden Tag auf unsere letzte Etappe an die Algarve – gespickt mit vielen Serpentinen, aber wundervollen Panoramen. Bei Badajoz überqueren wir die Grenze zu Portugal – auf einem Ackerweg, der einige beschwerliche Kilometer weiter in eine von Palmen gesäumte Prachtstraße führt. Kurz vorm Ziel durchqueren wir das Alentejo, eine Region für Genießer: Der hier angebaute Wein ist weltweit geschätzt. Auf freien Flächen sehen wir Herden riesiger, schwarzer Schweine, die frei herumzulaufen scheinen. Ihr Leben ist den Feinschmeckern gewidmet: Sie werden zu ausgesprochenen Delikatessen verarbeitet. Aber trotzdem: Wenn Schwein sein, dann hier!
Während die Landschaft den rauen Charme ablegt und fast zum Abbild der Toskana wird, stellen wir uns langsam auf das Leben ohne Wohnmobil ein. Vier Tage lang beglücken wir die Verwandtschaft, leben in festen Mauern und kochen, was das riesige Areal auf einem Hügel bei Alvor und die Markthalle im 10 Kilometer entfernten Portimao hergeben: Frisches Gemüse in ungewohnter Qualität und natürlich Fisch und Meeresfrüchte. Tagsüber wandern und baden wir im lauwarmen Atlantik, wandern an fast menschenleeren Stränden, probieren die portugiesische Küche und lassen's uns gut gehen.
Doch noch besser geht es uns trotz der herzlichen Gastfreundschaft, als wir wieder in unsere Minna klettern und die Entdeckungsfahrt fortsetzen. An der Westküste Portugals werden wird fündig, nachdem wir zuvor auf schmalen, manchmal unbefestigten Wegen das Montchique-Gebirge überqueren. Atemberaubend für meine Frau, die den Blick von den Abhängen wenden muss, beschwerlich für Minna, die sich streckenweise nur im 1. Gang fortbewegen kann und anstrengend für mich, weil sich die engen Serpentinen trotz engagierten Kurbelns am Lenkrad mitunter erst im zweiten Anlauf bewältigen lassen. Zu vorsichtiger Fahrweise auch auf abschüssiger Piste sind wir schon zuvor animiert worden, als unmittelbar nach einer Kurve die Asphaltdecke ohne Vorwarnung in eine buckelige Schotterpiste übergeht. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, fliegt quer durch die Minna. ![]()
Mit gebremsten Schaum geht es erst mal weiter. Bergpisten sind Andrea verleidet, wir weichen auf die zuverlässig asphaltierten Nationalstraßen aus und machen erst mal Kilometer. Ziel ist Praia da Comporta, ein endloser Strand beim Comporta, wo wir wieder mit unseren Freunden verabredet sind. Auf dem Weg dorthin treffen wir auf unzählige Storchennester, die das ganze Jahr über besetzt sind. Ein Foto ist Pflicht. Und wir treffen das erste Mal während unserer Tour an der Westküste auf den Atlantik. Seitdem hat sich für uns die Algarve erledigt: Das Meer ist wilder, das Klima rauer und das Rauschen ist bis zu unserem Stellplatz in den Dünen zu hören. In der Saison ist er für Wohnmobile verboten. Jetzt ist die Schranke hoch und nicht einmal die mehrfach täglich patrouillierende Polizei interessiert sich für unser Gefährt. Wie an fast allen Stränden gibt es hier kostenlose Duschen.
Die Westküste wird unsere große Liebe, eine Leidenschaft, die wir mit den Surfern teilen. Wohin wir auch kommen, sie sind schon da. Aber die Strände sind groß und beinahe menschenleer. Mehrere Tag verbringen wir in Sao Pedro de Moel, genießen das rauschende Meer, die Ruhe und den Wein. Die ungeheure Energie des Meeres ist körperlich spürbar. Hier kann man Kraft tanken. Man braucht sie auch, um sich von diesem Ort loszureißen. Mir fällt der Abschied schwer und ich überlege, ob ich hier nicht als Rentner überwintern kann. Immerhin: Auch in Frankreich wartet die Westküste noch auf uns. Aber erst mal steht das Duoro Tal mit dem Zentrum Villa Real auf der Agenda – und dort beinahe ein ungutes Ende unseres Trips.
Die Fahrt durch das berühmte Weinanbaugebiet ist unvergesslich und entzückt auch meine sonst nicht so sehr von Bergen überzeugte Gattin. Als wir in Villa Real einlaufen, freuen wir uns auf einen Abend mit Duoro Wein und Spezialiäten der Region, zumal unsere App einen Stellplatz unmittelbar in der Altstadt empfiehlt. Welch ein Glück. Doch erstens kommt es anders. . .
Bei der Anfahrt auf den Stellplatz schwant meiner Frau nichts Gutes. Es geht eine schmale Straße ziemlich steil bergab, zunächst noch gesäumt von seitlich parkenden Autos, durch die unsere Minna sich gerade noch durchmogeln kann. Während Andrea erst mal halten möchte, gebe ich den Furchtlosen. Aber manchmal soll man auf seine Frau hören. Denn plötzlich stehe ich vor einem ziemlichen Abgrund, durch eine Plastikbake nur mangelhaft gesichert. Nach vorne geht nix, nach hinten ist es durch die Autos verdammt eng. Ach so: Unsere Handbremse hat irgendwann auf der Strecke den Geist aufgegeben. Während ich mit Gas, Bremse und Kupplung spiele und es rückwärts ohne Sicht mit qualmender Kupplung irgendwie beulenfrei nach oben schaffe, sieht sich Andrea im Geist schon als alleinstehende Witwe. Von Villa Real haben wir erst mal die Nase voll, zumal es noch zu regnen anfängt. Mit einem edlen Tropfen in einer Bar schließen wir den Tag ab und fliehen frühmorgens aus Villa Real in die Einsamkeit.
Auf unserem Weg zum Atlantik in Frankreich lassen wir uns wieder von unserer App einen Stellplatz zeigen und landen in Monasterio de Rodilla. Als wir aussteigen, ist keine Menschenseele zu sehen. Die Kirche trutzig und verschlossen, man hört nur die Fahne im Wind vor dem Rathaus. Die Atmosphäre erinnert an den Filmklassiker „Spiel mir das vom Tod“. Das einzige Lebewesen, das wir treffen, ist eine Katze, und auch die verzieht sich bei unserem Anblick. Aber der Weg zum Stellplatz führt am Ort vorbei in die Berge und nach wenigen Kilometern werden wir angenehm überrascht. Unterhalb eines Massivs ist ein mit Bäumen bepflanzter Parkplatz direkt gegenüber einer Wallfahrtskirche. Während wir aussteigen, sehen wir Steinböcke in den Bergen und große Greifvögel. Frisches Wasser gibt es aus einer Bergquelle bei der Kirche Santa Marina, die von einem Park umgeben ist mit vielen Tischen und Sitzgelegenheiten sowie einem Grill. Eine gastliche Stätte für Pilger. Wir trinken Wein statt Wasser und genießen die Atmosphäre dieses magischen Ortes.
Und dann wieder der Atlantik! In Capbreton lassen wir uns von den Wellen berauschen, gönnen uns noch einmal für drei Tage einen Campingplatz direkt am Strand (10 EUR/Tag) und werden erneut Opfer unserer Sehnsucht. Die ungeheure Energie des Meeres nimmt uns gefangen. Es ist ein Gefühl, das kein Reiseführer vermitteln kann. Wir spüren, dass wir wiederkommen. Es ist ein Abschied auf Zeit, da sind wir uns beide einig. Und während wir durch Frankreich, Belgien und Holland über das Emsland langsam unserer Heimat Bremen nähern, nimmt der Plan für den nächsten Trip im Kopf schon konkrete Formen an.