M/A
02 | 2024
11/23
© Opel

Hier kann der Käufer seine Wahl selbst treffen

Gut gemacht Opel: Frontera und Grandland starten neu als Hybrid-Benziner und Elektromodelle

Statt nur rein elektrisch, setzt Opel weiterhin auf elektrifiziert fahren, ohne sich von Steckdosen abhängig zu machen. Dazu gehört auch 48-Volt-Hybrid-Technologie. Die gibt es quer durch die Modellpalette, vom Kleinwagen-Bestseller Corsa über das stylische Kompakt-SUV Mokka bis hin zum Astra, Astra Sports Tourer und 4,65 Meter langen Flaggschiff-SUV Grandland. Letzteres bekommt im Spätherbst ein komplettes Update, ihm folgt einige Wochen danach der neue Frontera. Den haben wir uns hier etwas näher angeschaut.

Die Bestellbücher für diesen knapp 4,4 Meter langen Rüsselsheimer sind schon seit einiger Zeit offen. Der Hybrid-Benziner steht ab 23900 Euro in der Preisliste, die stärkere Variante kostet mindestens 25700 Euro. Wer den rein elektrischen Frontera als Fünfsitzer wählt, bezahlt 28990 Euro. Wird mehr Platz benötigt, steht auch ein Siebensitzer bereit (+ 800 Euro), jedoch nur als Hybrid.

FRONTERA IST GUT BESTÜCKT

Den Frontera gibt es in zwei Ausstattungslinien: als Edition und GS. Bereits die Einstiegsversion ist umfangreich und praktisch ausgestattet. Dazu gehören unter anderem 10 Zoll großes Fahrerinfodisplay, Smartphone-Station, OpelConnect mit diversen Telematikdiensten, Klimaanlage, LED-Scheinwerfer oder Parkpilot am Heck. Im GS ist zusätzlich das edle Pure Panel-Cockpit inklusive Multimedia-Infotainment und Navigation dabei, außerdem Parkhelfer vorne, Klimaautomatik oder 17-Zoll-Alufelgen. Sechs Außenfarben stehen zur Wahl; allerdings ist nur der orangene Metallic-Lack ohne Aufpreis. Das Dach kann in Schwarz (nur als GS) oder Weiß (+ 450 Euro als Edition) gewählt werden. Mit zwei optionalen Paketen (Komfort, Tech) lässt sich der Frontera weiter individualisieren.

ZWEI HYBRID-VARIANTEN

Die Version mit der Kraft der zwei Herzen (Hybrid) und 48-Volt-Technologie gibt es mit zwei verschiedenen Motorleistungen, die werden jeweils über ein elektrifiziertes Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder weitergeleitet.

  1. Im Basismodell arbeitet der 1,2 Liter große Dreizylinder-Turbobenziner (100 PS) mit einem kleinen Elektromotor (28 PS) zusammen.
  2. Auch in der stärkeren Variante ist das so, doch hier leistet der Benziner 136 PS. Der kleinste Hybrid-Motor verbraucht laut WLTP-Zyklus im Mittel 5,5 Liter Super (CO2: 123 g/km), beim stärkeren Aggregat sind es nur einen Hauch mehr.

Der E-Antrieb unterstützt den Benziner beim Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen und Anrollen aus dem Stand. Neben spritzigerem Fahrverhalten sorgt das für Einsparungen beim Verbrauch. Bei niedrigen Geschwindigkeiten ermöglicht der E-Motor vollelektrisches Fahren über kurze Strecken (etwa einen Kilometer). Im reinen Stadtverkehr ist der Wagen bis zu 50 Prozent ohne Einsatz des Benzinmotors unterwegs – z.B. auch beim Rangieren. Das Fahrzeug schaltet automatisch bei passender Batterieladung, Außentemperatur und Katalysatortemperatur auf Elektroantrieb um. Wird bei höherem Tempo gebremst und der Benziner schaltet sich ab, fungiert der E‑Motor als Generator, lädt die 48-Volt-Batterie des Hybridsystems wieder auf. Ein Anschluss an Steckdosen ist nicht nötig. Zugleich kann der Hybrid beim Loslassen des Fahrpedals mit Unterstützung des Elektromotors „segeln“, der Benziner bleibt dann weiter in Ruhestellung.

REIN ELEKTRISCHE VARIANTE

Der nur über seine Batterie (44 kWh) angetriebene Frontera Electric (113 PS, 125 Nm) kommt laut vergleichbarem WLTP-Zyklus bis zu 305 Kilometer weit. Für den normalen Alltagseinsatz reicht das massig aus. Den Spurt auf 100 packt er bei Bedarf in 12,1 Sekunden, mehr als 140 km/h geht hier nicht, dann wird abgeregelt. Die Ladedauer von 20 bis 80 Prozent der Batteriekapazität dauert an einer öffentlichen DC-Station (100 kW) 26 Minuten, an der Wall Box daheim (AC, 3-phasig, 11 kW) sind es rund fünf Stunden. Der durchschnittliche Energieverbrauch liegt hier laut WLTP bei 18,2 bis 18,5 kWh auf 100 Kilometer.

Später folgt noch eine so genannte „Long Range“-Version mit deutlich längerer Reichweite. Rund 400 Kilometer sollen damit ohne einen Stopp zum Aufladen möglich sein.

FLAGGSCHIFF OPEL GRANDLAND PACKT 700 KILOMETER

Im Vergleich zum Vorgänger ist die zweite Grandland-Generation 17 Zentimeter länger und mehr als sechs Zentimeter breiter. Der Wagen tritt so deutlich imposanter als bisher auf. Auch optisch legt der Grandland deutlich zu. Nicht nur mit dem erstmals beleuchteten Opel-Blitz an der Front, dem ebenfalls beleuchteten OPEL-Schriftzug am Heck und dem Modellnamen Grandland mittig eingeprägt in der Heckklappe.

Premiere feiert das Intelli-Lux Pixel Matrix HD Licht mit deutlich über 50.000 Elementen (25.600 pro Seite), die eine hochauflösende Lichtverteilung ermöglichen. Per Kamera werden vorausfahrende und entgegenkommende Verkehrsteilnehmer erkannt, entsprechend schneidet das Frontlicht diese noch präziser aus als die bisherigen Hightech-Technologien. Die Lichtverteilung ist noch heller und gleichmäßiger als bisher, keiner wird geblendet. Coole Sache: Begrüßungs- und Verabschiedungs-Animationen werden mit dieser Lichttechnik vor das Fahrzeug projiziert.

Punkten kann der Wagen auch beim Platzangebot für die mitreisenden Passagiere. Der 2,784 Meter lange Radstand und die steil abfallende Heckklappe erhöhen zudem das Ladevolumen auf bis zu 1641 Liter.

Wie der Frontera, ist auch jeder Grandland elektrifiziert, steht als Hybrid mit 48-Volt-Technologie, als Plug-in-Hybrid und vollelektrisch beim Händler. Die hier erstmals speziell für batterie-elektrische Fahrzeuge ausgelegte Plattformstruktur schluckt einen besonders flachen Akkupack mit bis zu 98 kWh. Das ermöglicht dem neuen Grandland Electric laut WLTP Reichweiten von bis zu rund 700 Kilometer ohne Ladestopp. Vorteil: Die hocheffiziente Wärmepumpe (Serie) wirkt sich positiv auf die Reichweite an kälteren Tagen aus.

Technische Daten lässt Opel noch nicht raus, doch dürfte der Antrieb mit dem Peugeot 5008 identisch sein. Dort bringt es die Hybridversion auf 136 und der Plug-in-Hybrid auf 195 PS, die vollelektrischen Versionen leisten 213 bis 320 PS.


Von Achim Stahn